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Ehrenmal für zivile Opfer und Kriegsgefallene in Celle/ Lüneburger Heide.

 

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Zu Besuch auf dem Stadtfriedhof in Celle. Ein schönes, gepflegtes Ehrenmal mit interessanter Geschichte.

Auf dem Stadtfriedhof in Celle befindet sich neben dem Militärfriedhof ein davon durch eine Baumreihe abgetrenntes Gräberfeld für zivile Opfer von Bombardierungen, verstorbene Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge von Konzentrationslagern.

Nach Auskunft der Friedhofsverwaltung Celle vom 06.02.2012 ruhen auf diesem Friedhof insgesamt 461 Kriegsopfer in in 4 Grabfeldern.

 

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- 382 deutsche Soldaten, davon 142 Soldaten des 1. Weltkrieges in einem großen ovalen Feld,
- 36 Deutsche Flüchtlinge, überwiegend Kinder sowie 2 Bombenopfer rechts des ovalen Feldes
- 31 osteuropäische Zwangsarbeiter sowie 10 deutsche Soldaten aus dem Raum Königsberg in 2 nebeneinander liegenden Grabfeldern südlich des Ovals.

Im Zentrum des Ehrenmales steht die zwölf Meter hohe Ehrensäule des  Architekten Wenzel. Der Inschrift ist zu entnehmen, dass die Säule zum Gedächtnis für die im Ersten Weltkrieg gefallenen „Söhne der Stadt“ errichtet wurde. Zu diesen zählt auch der Sohn des Stifters Senator Harry Trüller (*1868, †1934), Gründer der Zwiebackfabrik. Er fiel am 4. Oktober 1917 in Flandern. Steht der Betrachter inmitten der Denkmalanlage, erkennt er deutlich drei konzentrische Kreise mit Grabplatten und Stelen für 461 Gefallene aus beiden Weltkriegen.

 

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Unter den hier beerdigten Personen befinden sich die Gräber von 30 Polen, die zwischen Juni 1940 und Dezember 1942 verstorben sind.

In der Stadt und Umgebung wurden mehrere unterschiedlich große Arbeitslager betrieben. Die polnischen Zwangsarbeiter – etwa 500 Frauen und Männer – waren im sogenannten Polenlager an der Burgstraße 26–30 untergebracht und arbeiteten auf dem Stadtgebiet von Celle. Es bestanden auch die Arbeitskommandos Nr. 6217 und 6055/3 des Stammlagers (Stalag) in Fallingbostel. Viele Zwangsarbeiter starben aufgrund von Erschöpfung infolge der täglichen, mehrstündigen Arbeit unter schwersten Bedingungen bei unzureichender Verpflegung und fehlender medizinischer Betreuung oder durch Arbeitsunfälle.

 

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Wieder durfte ich ein sehr gepflegtes Ehrenmal besuchen. Auch der gesamte Friedhofkomplex ist Sehenswert und immer für einen Besuch lohnenswert.

 

Celle/ Lüneburger Heide/ Juni 2021