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Kriegsgräber/Lazarettfriedhof am Jagdschloss

 

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Während meines Urlaubes in Mecklenburg zufällig diesen Lazarett Friedhof gefunden. Es ist zwar in diesem Sinne kein Ehrenmal aber ich denke es passt doch in meine Sammlung Deutscher Soldatenfriedhöfe.

Sehr gepflegter Friedhof unmittelbar neben dem Jagdschloss Gelbensande, dem ehem. Lazarett.

 

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Am 1. Mai 1945 blieb auf den Bahngleisen in der Nähe des Jagdschlosses ein aus Pommern evakuiertes, aus zwei Eisenbahnzügen bestehendes Lazarett liegen. Sein Kommandant hatte von dem ungenutzt stehenden Fürstenhaus erfahren, ließ kurzerhand die etwa 750 Verwundeten ausladen und richtete hier ein Hilfslazarett ein. Die an Krankheiten oder Verwundungen Verstorbenen wurden auf dem unweit des Schlosses eigens angelegten Waldfriedhof beigesetzt. Neben Deutschen fanden hier Rumänen, Polen, Italiener, Letten, Littauer, Ukrainer und russische Wlassow-Soldaten ihre letzte Ruhestätte.

Hier liegen 53 Tote in Einzelgräbern und 5 Tote in Sammelgräbern

 

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Dieser Lazarettfriedhof ist heute eine Kriegsgräberstätte. Schüler der Regionalen Schule Gelbensande haben mit Unterstützung des Volksbundes Deutsche Kriegsgäberfürsorge e.V. in einem Projekt die Lazarettgeschichte eindrucksvoll aufgearbeitet, den Friedhof neu gestaltet und seine Pflege übernommen.

 

Hier nur ein kleiner Abschnitt aus der Geschichte des Jagdschlosses das im unmittelbaren Zusammenhang des Friedhofes steht.

1945–1989

Am 1. Mai 1945 wurde auf den benachbarten Bahngleisen ein Lazarettzug der Wehrmacht abgestellt. Der Lazarettzug hatte eine mehrwöchige Irrfahrt hinter sich. Aufgrund der Gefahr von Tieffliegerangriffen ließ Kommandant Dr. Hoffmann die 750 verwundeten Wehrmachtssoldaten im Jagdschloss und in weiteren Gebäude in Gelbensande einquartieren. 

Auch die sowjetischen Besatzungstruppen, die Anfang Mai 1945 das Gebiet besetzten, nutzten das Schloss weiterhin als Lazarett. Im Lazarett wurden folgend die ehemaligen Insassen des KZ-Außenlager Schwarzenpfost versorgt, die bis Kriegsende Zwangsarbeit bei den Ernst Heinkel Werken in Rostock verrichten mussten. Auf dem unweit vom Jagdschloss befindlichen Friedhof wurden 53 Verstorbene unterschiedlicher Nationen – Soldaten, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter – begraben. An sie erinnert heute eine Gedenkstätte. 

Im Zuge der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone erfolgte die Enteignung der Mecklenburger Fürstenfamilie, die vor der Roten Armee nach Schleswig-Holstein in die britische Besatzungszone geflüchtet war. Im Zuge der Gründung der DDR wurde das enteignete Jagdschloss in das Volkseigentum überführt. 

Das Schloss wurde daraufhin dem staatlichen Gesundheitswesen zur Nutzung überlassen und diente bis 1979 als Tuberkulose-Heilstätte und Krankenhaus. 

Von 1980 bis 1985 diente das Schloss dem Wohnungsbaukombinat Rostock als Bauarbeiterunterkunft. Nach einem Beschluss der SED-Kreisleitung sowie des Rates des Kreises Rostock wurde in dieser Zeit in Gelbensande mit Mitteln des Wohnungsbauprogramms der DDR eine Plattenbausiedlung und die dazugehörige Infrastruktur errichtet. Kritik an dieser Maßnahme wurde seitens des Kulturhistorischen Museums in Rostock geäußert. Die Einstufung des unweit davon gelegenen Jagdschlosses als Denkmal fand keine Berücksichtigung im Entscheidungsprozess.

Nach der Nutzung als Bauarbeiterunterkunft – ab 1986 – erhielt die Gemeinde das Nutzungsrecht für das Gebäude. Zwischen 1986 und 1990 folgte die kommunale Nutzung durch die Gemeinde, die dort eine Gemeindebibliothek, den Veteranen Club, und Büroräume für den Abschnittsbevollmächtigten einrichteten. Im Jahr 1988 ging das Jagdschloss dann in das Eigentum der Gemeinde Gelbensande über. Daraufhin begannen die sogenannten Feierabendbrigaden mit der Sanierung des Gebäudes.

 

Das Schloss ist eine wirkliche Augenweide. Es beherbergt ein Restaurant, Hotel sowie eine kleine Ausstellung.

 

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Gelbensande, Juni 2022

                Ehrenmal für zivile Opfer und Kriegsgefallene in Celle/ Lüneburger Heide

 

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Zu Besuch auf dem Stadtfriedhof in Celle. Ein schönes, gepflegtes Ehrenmal mit interessanter Geschichte.

Auf dem Stadtfriedhof in Celle befindet sich neben dem Militärfriedhof ein davon durch eine Baumreihe abgetrenntes Gräberfeld für zivile Opfer von Bombardierungen, verstorbene Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge von Konzentrationslagern.

Nach Auskunft der Friedhofsverwaltung Celle vom 06.02.2012 ruhen auf diesem Friedhof insgesamt 461 Kriegsopfer in in 4 Grabfeldern.

 

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- 382 deutsche Soldaten, davon 142 Soldaten des 1. Weltkrieges in einem großen ovalen Feld,
- 36 Deutsche Flüchtlinge, überwiegend Kinder sowie 2 Bombenopfer rechts des ovalen Feldes
- 31 osteuropäische Zwangsarbeiter sowie 10 deutsche Soldaten aus dem Raum Königsberg in 2 nebeneinander liegenden Grabfeldern südlich des Ovals.

Im Zentrum des Ehrenmales steht die zwölf Meter hohe Ehrensäule des  Architekten Wenzel. Der Inschrift ist zu entnehmen, dass die Säule zum Gedächtnis für die im Ersten Weltkrieg gefallenen „Söhne der Stadt“ errichtet wurde. Zu diesen zählt auch der Sohn des Stifters Senator Harry Trüller (*1868, †1934), Gründer der Zwiebackfabrik. Er fiel am 4. Oktober 1917 in Flandern. Steht der Betrachter inmitten der Denkmalanlage, erkennt er deutlich drei konzentrische Kreise mit Grabplatten und Stelen für 461 Gefallene aus beiden Weltkriegen.

 

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Unter den hier beerdigten Personen befinden sich die Gräber von 30 Polen, die zwischen Juni 1940 und Dezember 1942 verstorben sind.

In der Stadt und Umgebung wurden mehrere unterschiedlich große Arbeitslager betrieben. Die polnischen Zwangsarbeiter – etwa 500 Frauen und Männer – waren im sogenannten Polenlager an der Burgstraße 26–30 untergebracht und arbeiteten auf dem Stadtgebiet von Celle. Es bestanden auch die Arbeitskommandos Nr. 6217 und 6055/3 des Stammlagers (Stalag) in Fallingbostel. Viele Zwangsarbeiter starben aufgrund von Erschöpfung infolge der täglichen, mehrstündigen Arbeit unter schwersten Bedingungen bei unzureichender Verpflegung und fehlender medizinischer Betreuung oder durch Arbeitsunfälle.

 

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Wieder durfte ich ein sehr gepflegtes Ehrenmal besuchen. Auch der gesamte Friedhofkomplex ist Sehenswert und immer für einen Besuch lohnenswert.

 

Celle/ Lüneburger Heide/ Juni 2021

                         Russischer Kriegsgefangenenfriedhof Wietzendorf

 

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Trip in die Lüneburger Heide zum „Sowjetischen Kriegsgefangenfriedhof“ Wietzendorf.

Am Südrand des Truppenübungsplatzes Munster befindet sich der Friedhof mit den 16 000 sowjetischen Opfern des Kriegsgefangenenlagers Wietzendorf aus den Jahren 1941 bis 1943. Während des Massensterbens im Winter 1941/42 kamen in Wietzendorf rund 14 500 Soldaten der Roten Armee durch Unterernährung und Krankheiten ums Leben.

 

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Bereits unmittelbar nach Kriegsende wurde das Gräberfeld auf Veranlassung der sowjetischen Militäradministration als Friedhof hergerichtet. Am 19. Dezember 1945 wurde das noch heute auf dem Friedhof stehende Ehrenmal für die im Lager Verstorbenen feierlich enthüllt.

Bis in die 1960er Jahre waren die Massengräber, in denen die Toten sowjetischen Soldaten beerdigt worden waren, noch sichtbar. Dann wurde der Friedhof zu der heutigen Form als Gedenkstätte umgestaltet.

Um den in Massengräbern verscharrten Toten einen Namen zu geben, innitiierte die Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen ein "Stelenprojekt". Schülerinnen und Schüler aus Wietzendorf , Munster, Soltau und Bergen haben die Namen toter russischer Kriegsgefangener auf Tontafeln geschrieben und auf Stelen am Eingangsbereich des Friedhofes angebracht. Seit 1990 wird am Volkstrauertag neben einer Trauerfeier an der Wietzendorfer Kirche für die deutschen Gefallenen der beiden Weltkriege auf einer Trauerfeier auf dem russischen Soldatenfriedhof auch der ermordeten russischen Kriegsgefangenen gedacht.

 

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Auch hier ein sehr gepflegtes Objekt.

 

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Bedanken möche ich mich bei der AG Bergen- Belsen dafür das ich das folgende Infomaterial veröffentlichen durfte.

Kriegsgefangenenfriedhof Wietzendorf

 

 Wietzendorf, Juni 2021

                Deutscher Soldatenfriedhof Lohheide/ Lüneburger Heide.

 

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Bei meinem Trip durch die Lüneburger Heide besuchte ich auch den deutschen Soldatenfriedhof Lohheide. Dieser liegt in einem Waldstück auf der Rückseite des NATO-Camps Bergen Hohne.

 

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Er wurde in den Nachkriegsjahren durch den Volksbund angelegt und erhielt 1972 nach einem Umbau sein heutiges Aussehen. Auf ihm ruhen in 171 Einzelgräbern 155 deutsche und 16 ungarische Soldaten. 113 starben im Lazarett in Bergen 1944/1945 und 58 fielen bei den Kämpfen im April 1945 im Raum Celle-Soltau.
Unter den Toten befinden sich auch die sterblichen Überreste von insgesamt 29 Angehörigen der SS - Wachmannschaften & des Kommandanturpersonals des KZ Bergen - Belsen.

 

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Dadurch das ich mich hier mitten in einem Militärgebiet befand, dauerte es auch nicht lange bis der Sicherheitsdienst vorbeischaute. Nachdem er sich überzeugt hatte das ich nur auf Foto- Tour auf dem Soldatenfriedhof unterwegs war verschwand er auch schnell wieder.

Lohheide, Juni 2021

               Britisches Ehrenmal Wietzendorf/ Becklingen

 

Fotosession auf dem britischen Soldatenfriedhof Becklingen.

 

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 Der „Becklingen War Cemetery“ ist eine Kriegsgräberstätte, die unter Leitung der Commonwealth War Graves Commission erbaut wurde. Dieser Soldatenfriedhof liegt in der Nähe der Ortschaft Wietzendorf im Ortsteil Bockel nördlich von Becklingen direkt an der B 3.

Hier wieder etwas zur Geschichte der Kriegsgräberstätte.

Der Commonwealth-Soldatenfriedhof wurde im Jahre 1951 angelegt, die gewählte Lage an einem leichten Hang erlaubt einen Ausblick auf die Lüneburger Heide. Diese Stelle wurde ausgewählt, da sie landschaftlich an den Timeloberg am Ortsrand von Wendisch Evern erinnerte, wo eine deutsche Delegation unter Leitung von Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg im Auftrag vom letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz am 4. Mai 1945, im Beisein des britischen Feldmarschalls Bernard Montgomery, die Urkunde zur Teilkapitulation für die Truppen in Norddeutschland, Dänemark, Holland und Norwegen unterzeichnete.

Auf diesem Ehrenfriedhof in der Lüneburger Heide wurden, aus einem Umkreis von ca. 80 km, mehrere kleinere Friedhöfe und Einzelgräber, in denen Gefallene und Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges bestattet waren, zusammengeführt. Die Mehrzahl der Gräber wurde mit Soldaten belegt, die bei den Kämpfen zwischen Weser und Elbe im April und Mai 1945 gefallen waren. 2086 Briten, 140 Kanadier, 79 Australier, 38 Neuseeländer, 2 Südafrikaner, 1 Grieche, 19 Polen, 5 Russen, 2 Jugoslawen und 29 Personen mit unbekannter Nationalität fanden auf diesem Soldatenfriedhof ihre letzte Ruhestätte.

Es wurden aber auch britische Kriegsgefangene aus Fallingbostel-Oerbke hier bestattet. Außerdem sind zivile Handelsschiffmatrosen darunter, deren Schiffe im Indischen Ozean oder Südatlantik von deutschen Kriegsschiffen aufgebracht worden waren.

Wie fast alle Kriegsgräberstätten der Commonwealth War Graves Commission unterliegt die Gestaltung einheitlichen Bestimmungen. Der architektonische Entwurf stammt vom britischen Architekten Philip Dalton Hepworth. Demnach bestehen diese Stätten aus zwei zentralen Elementen sowie einer Ehrenhalle, den Grabsteinreihen sowie einer einfachen Bepflanzung.

 

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Die vorangehenden Gestaltungsmerkmale finden sich nahezu auf allen britischen Kriegsgräberfriedhöfen.

Ein sehr gepflegtes Ehrenmal in der Nähe von Munster in der Lüneburger Heide.

 

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Wietzendorf/ Lüneburger Heide Juni 2021

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