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Schloss Dönhoffstädt

Ein Paradies für Architekturfotografie:

 

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Im Juli 2012 durfte ich das verlassene Schloss Dönhoffstädt in Drogosze (deutsch Dönhoffstädt/ Ermland-Masuren ) besuchen.

Das Schloss der Grafen Dönhoff wurde nach einem Brand des alten Renaissance-Schlosses von Groß Wolfsdorf etwas abseits vom alten Standort an einem Hang errichtet und Dönhoffstädt benannt. Der Entwurf des Gebäudes stammt von Jean de Bodt und John von Collas, errichtet wurde es 1710/1716 und war dann bis 1816 im Eigentum der Dönhoffs. Bei der Erbteilung nach dem Tode des Grafen Stanislaus Dönhoff teilten sich seine Schwestern den umfangreichen Familienbesitz, wobei Angélique Dönhoff (1793-1863) Gut und Schloss Dönhoffstädt erhielt. Sie war später mit dem Grafen Georg zu Dohna vermählt. 1863 erbte ihre Nichte Marianne Gräfin zu Stolberg-Wernigerode, geb. Freiin von Romberg (1821-1884) den umfangreichen Besitz Dönhoffstädt, deren Nachkommen bis 1945 hier ansässig waren. Ihr Sohn Graf Udo zu Stolberg-Wernigerode (1840-1910) war der bekannte Reichstagspräsident. Im Schloss gab es ein eigenes Theater im westlichen Seitenflügel, eine umfangreiche Bibliothek sowie eine Hauskapelle im Ostflügel, die in den 1830er Jahren eine neugotische Umgestaltung erfuhr. Hinter dem Schloss nach Süden erstreckt sich ein ausgedehnter Landschaftspark, der auf Graf Bogislav Dönhoff (1754-1809) zurückgeht und der u. a. auch ein Dammwildgehege (Tierpark) besaß. Überreste der barocken Gartenanlage waren in Form von einigen Sandsteinskulpturen bzw. -vasen im Umfeld des Schlosses noch bis 1945 erhalten. Bedeutende Teile des Archivs konnten nach 1945 von den Polen evakuiert werden und befinden sich heute im Archiv Olsztyn.

Als das Gebiet nach dem Zweiten Weltkrieg unter polnische Verwaltung gestellt wurde, richtete man zunächst eine Landwirtschaftsschule in dem Gebäude ein. Seit dem Ende der Volksrepublik Polen ist das Bauwerk ungenutzt. Pläne ein Hotel zu errichten, wurden bisher nicht umgesetzt.

 

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Wenn Ihr mal in dieser Gegend seit und tolle Motive sucht unbedingt dorthin fahren.

Jetzt mein Tip, da das Gelände abgesperrt ist geht einfach zu einer Anwohnerin die Euch ins Schloss lässt. Sie wohnt links neben dem Haupteingang einem kleinen Haus. Sie kann zwar kein deutsch oder englisch aber gegen ein paar Zloty führt sie Euch durch das komplette Schloss mit Sakristei.

 

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Nun könnte Ihr Eurem Hobby freien Lauf lassen.

Einen faden Beigeschmack hat es bei mir doch hinterlassen wenn ich mir vorstellen muss was in Polen alles an alter deutscher Geschichte dem Verfall preisgegeben wird.

 

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Also nix wie hin wer weiß wie lange es noch etwas zu sehen gibt !!!!

Juli 2012, Dönhoffstädt

Nachtrag zum vorherigem Beitrag.

Durfte das Schloß nocheinmal 2016 besuchen. Leider mußte ich feststellen das nichts passiert ist.

Die nette alte Dame führte uns wieder durch die Räumlichkeiten.

Also wie vorab schon erwähnt, keiner weiß wie lange diese Schönheit noch zu bewundern ist.

Juli 2016, Dönhoffstädt

 

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